Fnan @ Bard

12Dezember
2012

Winterkonferenz der Tutoren in Washington D.C.

Vom 12.-16. Dezember fand in Washington D.C. die alljährliche Winterkonferenz der Fulbright Tutoren statt. Insgesamt waren es mehr als 400 Tutoren aus unzähligen Ländern, die zu diesem Event aus allen Bundesstaaten angereist sind. Als New Yorker war die Entfernung für mich keine Schwierigkeit.

Ziel der Konferenz war die Weiterbildung der Sprachlehrer. Zu diesem Zweck besuchten wir Kurse und Workshops in verschiedene Bereiche der Didaktik und Pädagogik, um unsere Kultur und Sprache effektiv und spannend vermitteln zu können. Ergänzend hörten wir auch Vorträge zur amerikanischen Geschichte und Kultur, die ich sehr genossen habe.

Neben dem akademischen Input gab es auch viele Gelegenheiten für die Teilnehmer, sich gegenseitig besser kennenzulernen. Besonders bei den gemeinsamen Mahlzeiten und den abendlichen Veranstaltungen lernte ich dann Personen aus Indonesien, Irland und Pakistan kennen. Hier einige Bilder zur Visualisierung.

 

Auf dem Weg zur Konferenz.

Das erste Motiv in D.C. war das Capitol. Ist es nicht wunderschön? Zwinkernd

 

 

Washington wimmelt nur so vor Habeschas - Menschen aus Eritrea oder Äthiopien.Wo auch immer ich unterwegs war, überall fand ich sie: Bahnhöfe, Restaurants, Museen, Bars...Diese jungen Männer beispielsweise arbeiten in jenem Hotel, in dem die Konferenz stattfand. Von Brüdern habe ich später erfahren, dass Habeschas die amerikanische Führerscheinprüfung sogar in Amharisch ablegen. Irre!!

 

Am letzten Tag der Konferenz verwandelte sich das Hotel in eine Kulturmesse. Die verschiedenen Delegationen präsentierten durch Bilder, Trachten, Lieder, Tänze, Spiele uvm. ihr Ursprungsland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lachend

 

 

 

 

Die deutschsprachige Delegation aus Österreich und 'tschland!

Meine Kollegen vom Bard-College, Danielle & David.

Hier nochmal; diesmal Joaquin, David & Danielle.

Tutorinnen aus dem Libanon.

 

Nochmal David & Danielle.

Abends wurden dann traditionelle Tänze aufgeführt.

Insgesamt eine unvergessliche Konferenz!!

07Dezember
2012

Pionierseminar

Heute war das Pionierseminar!

Wir waren mehr als 200 Anwesende in einem Kongresssaal, der locker das Zehnfache an Gästen beherbegt.

Daher kam ich mir ein wenig verloren vor, irrte ziellos zwischen den leeren Stuhlreihen umher, bis ich dann Brüder aus meiner Versammlung fand.

 

Trevor

Jim

Die Pioniere der Versammlung Red Hook: Tim, Derek, Trevor + ihre Frauen Joana, Shena und Lorraine. 

21November
2012

Halb elf in New York...

...Kaffeepause! Auf die Minute genau wird um halb elf der Predigtdienst eingestellt und  "a break" eingelegt. Und das nicht nur unter bestimmten Brüdern, sondern von allen. Der Kreisaufseher erzählte mal von einem anderen Kreisaufseher, einem "Hardliner": Er war dafür bekannt, keine Pausen einzulegen. Eines Tages ging dieser mit einem älteren Bruder in den Dienst, der unbedingt auf die Toilette musste, sich aber nicht traute dem KA das zu sagen. Das Ende vom Lied? Der ältere Bruder machte sich in die Hosen...was dem KA unglaublich peinlich war und ihn traurig stimmte. Daraufhin änderte der KA sein Pausen-Dogma. Was lernen wir daraus: "Bitte macht viele Pausen!" ...Gerne. Lachend

 

Nun also eine kleine Sammlung von den vielen Kaffeepausen...

Hier haben wir uns auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt getroffen und eine Pause eingelegt.

Weitaus gehobener ist es natürlich in Cafés wie dem Taste Budd's. Hier gibt es leckeres Gebäck und tollen Kaffee. Das hat selbstverständlich seinen Preis, weshalb wir selten hier sind. Dennoch eine Topadresse für breaks.

Besonders im Sommer...

Otto's ist ein wenig günstiger, aber genauso lecker. Um halb elf herum sind garantiert einige Verkündiger hier zu finden.

Das sind Schwestern aus meiner Versammlung.

Das Ehepaar (links) ist aus Kalifornien zu Besuch. Sie werden eventuell nach Red Hook ziehen und sich unserer Versammlung anschließen. Derweil leben sie bei der Joan (rechts).

Wenn wir nicht auf einem Parkplatz oder in einem Café sitzen, findet die Kaffeepause auch mal bei Brüdern zu Hause statt.

Das ist eh entspannter als im Café wie wir sehen können.

Und mit Kaffeepause meine ich natürlich nicht nur einen Kaffee oder Tee. Es kommt mindestens ein Snack wie Kuchen oder Sandwich dazu.

Oder ein Kürbisbrot. Das war vielleicht lecker.

Das ist Maria, eine liebe Schwester, die mich montags für den Dienst abholt. Außerdem hat sie immer einen Kuchen bereit, für den Fall, die Predigtdienstgruppe möchte nicht in ein Café gehen. Ihre Kuchen sind stadtweit bekannt, so lecker sind die!

 

Natürlich ist halb elf nicht die einzige Zeit für eine Pause. Auch am Nachmittag wird ein break eingelegt. Hier sind wir im Holy Cow, wo das beste Eis der Gegend verkauft wird.

 

 

Die Portionen sind enorm und der Preis niedrig. Der Banana-Split war eine Kalorienbombe, die jeden Burger in den Schatten stellt!

Dennoch sind wir häufig hier. Wie Ihr an den Bildern erkennen könnt, ist es meist dieselbe Truppe, eine eingeschworene Mannschaft, die sich zum Feierabend mit einem Eis belohnt...Einfach tolle Menschen! Lächelnd

16November
2012

Erste Dienstwoche

Unser Kreisaufseher Ed ist zu Besuch!

Was mir besonders an diesem Bruder auffiel, ist seine Lehrfähigkeit. Leicht verständlich, einprägsam und repetitiv.

Außerdem ermunterte er uns, die Anschaffung eines Tablets zu erwägen. Das spart der Organisation Druck- und Transportkosten, erspart uns das Schleppen vieler Bücher in die Versammlung und ermöglicht uns das informelle Predigen. Recht hat er ja... Lachend

Ed kennt auch einen simplen Trick, sich Namen und Gesichter zu merken: Bilder.

Hier fotografiert er die Dienstamtgehilfen.

Hier die Pioniere.

Nach der Besprechung mit den Dienern gab es leckeres Essen, das uns diese hilfsbereiten Schwestern zubereitet haben.

 

 

Daher kam ich mir ein wenig verloren vor, irrte ziellos zwischen den leeren Stuhlreihen umher, bis ich dann Brüder aus meiner Versammlung fand.
06November
2012

"Ist das hier das Deusch-Tutorium?!"

Gestatten: Deutsch-Tutor!! Lächelnd

Seit zwei Monat unterrichte ich nun als Tutor. Das ist die erste pädagogische Erfahrung meines Lebens (Nachhilfe und Vertretungsunterricht in einer Grundschule zählen nicht).

Ich habe mir das Unterrichten natürlich ganz anders vorgestellt. Einige Aspekte sind unerwartet schwierig und frustrierend, andere besonders befriedigend. Doch zu meinen Eindrücken über den Lehrberuf am Ende des Semesters mehr. 

Insgesamt sind ca. 90 Studenten in meinen Tutorien!! Laut meinen Profs hatten meine Vorgänger lediglich ca. 20-30. Augenscheinlich haben die ehemaligen Tutoren ganze Arbeit dabei geleistet, das Ansehen des Deutsch-Studiums zu verbessern. Mein Ziel ist es daher, diese Entwicklung zu stoppen. Der nächste Tutor wird mir dankbar sein! Lachend

Die 90 Studis sind in drei Niveaustufen eingeteilt: Beginner (ca. 60), Intermediate (23) und Advanced (7). Mit den Intermediate und besonders Advanced-Leuten spreche ich (ausschließlich) Deutsch. Mit den Beginnern konnte ich zu Beginn natürlich nur Englisch sprechen. Im Laufe der Zeit wird der Anteil des Englischen stetig abnehmen und durch Deutsch ersetzt werden.

Soo, einen kleinen Schock habe ich dann doch erlitten, als ich die Ausstattung der Räume sah. Ihr müsst wissen, dass die Studis am Bard-College 40.000$ Studiengebühren zahlen! Sollten sie auch noch auf dem Campus leben und in der Mensa essen, dann kommen 20.000$ mehr dazu...60.000$ insgesamt - und das jährlich!! Zum Vergleich: Ich zahle an der FU ca. 550€ und bin stolzer Besitzer einer Jahreskarte. Im Grunde zahlen FU-Studenten lediglich 200€ jährlich an die Uni.

Jedenfalls bin ich natürlich von der modernsten Technik und Ausstattung ausgegangen. Naja, so sehen einige Räume aus...Siehe auch oben.

Diese Stühle werden im Notfall benutzt, wenn der Kurs überfüllt ist.

So sehen die Standardstühle und Tafeln aus (unten).

Einige Räume haben auch Beamer. Allerdings sollte das bei den horrenden Studiengebühren die Regel sein!

 

Dieser Seminarraum ist einer der schlechtesten überhaupt. Die Heizung funktioniert nicht, es gibt kein Smartboard, keinen Beamer, nix! Wenn ich Lieder, Bilder oder Videos präsentieren möchte, müssen sich die Studenten um meinen Laptop scharen. Keine besonders professionellen Arbeitsbedingungen.  

Ich habe weitgehend freie Hand, was den Unterricht betrifft. Die Profs haben mir weder Themen noch Methoden vorgeschrieben. Klingt zwar toll, aber erfordert letztlich mehr Kreativität meinerseits, und die habe ich nicht! Zwinkernd

Unten im Bild seht Ihr eine typische Unterrichtseinheit zum Thema Grammatik (nur für Beginner). Die Studenten haben Arbeitsbögen von mir erhalten, die am Ende der Stunde dann ausgewertet wurden. In den letzten Minuten haben wir auch noch ein Diktat geschrieben. Das macht Spaß, besonders mit Begriffen wie "Doppelstaatsbügerschaft" oder "Führerscheinprüfung". Umlaute können die lieben Amis nämlich nicht ausstehen! Lächelnd

Wenn mir ein Sprechanlass einfällt, dann machen wir auch Konversationsübungen. Das untere Beispiel soll ein Dialog im Restaurant darstellen. Erstaunlicherweise hat den Studis das viel Freude bereitet, sich eigene Dialoge auszudenken und diese dann der Klasse vorzutragen. Angesichts ihres Alters (17-19) hätte ich das nicht vermutet.

Gelegentlich werde ich gebeten, bei Klausuren die Aufsicht zu führen. Und das war eine der interessantesten Erfahrungen meines Tutor-Daseins bislang. Es gibt nämlich einen großen kulturellen Unterschied zwischen amerikanischen und deutschen Unis: Jeder Täuschungsversuch ist unter den Studenten verpöhnt und wird streng geahndet! Der einzige mir bekannte Plagiatsfall an Bard betraf eine Austauschstudentin aus Europa.

Die Ausgabe der Klausuren habe ich mit den Worten eingeleitet: "Die Profs sagten mir, dass US-Studenten nicht schummeln. Ich setzte große Hoffnungen in Euch, dass Ihr mich nicht enttäuscht." Später konnte ich den Raum auch für einige Minuten verlassen. Bei meiner Rückkehr hatten die meisten Klausurteilnehmer gar nicht gemerkt, dass ich den Raum verlassen hatte.

So etwas wäre in Berlin nicht möglich gewesen. Dort ist die Schummelkultur zu ausgeprägt, auch/besonders unter leistungsstarken Schülern und Studenten.

Auf dem obigen und unteren Bild seht Ihr die Anweisungen für die Klausur. Einige Teile der Arbeit sollten ausgelassen werden, was hier unter sichtbar ist.

Noch mehr Grammatik...Alle Artikeltypen sind den Amis ein Graus, da sie als bestimmten Artikel nur "the" und als unbestimmten nur "a" oder "an" kennen.

Noch eine Konversationsübung mit Vorlieben und Abneigungen...

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